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DIE GESCHICHTE HINTER DEM FESTIVAL

Die "Go Mental!"-Reise begann im März 2020 in Berlin-Kreuzberg, nur wenige Tage vor dem ersten Lockdown in Deutschland.

 

Elisabeth: "Nachdem ich meinen Weg als Filmemacherin in den Vereinigten Staaten eingeschlagen hatte, kehrte ich nach Deutschland zurück mit dem Wunsch, einen Beitrag zu einem Festival zu leisten, das die psychische Gesundheit in den Mittelpunkt stellt. In den USA kannte ich viele Festivals, die sich diesem Thema widmeten. Ich hatte also keinen Zweifel daran, dass es so etwas auch in Berlin geben musste. Nach einer kurzen Recherche stellte ich fest, dass es so etwas tatsächlich nicht gab. Das hat mich schockiert. Schon bevor ich in die USA gezogen war, wusste ich, dass psychische Gesundheit nicht gerade das Lieblingsthema auf der gesellschaftlichen und politischen Agenda war. Aber irgendetwas musste sich doch geändert haben. Wie sich herausstellte, war das nicht der Fall. Ich hatte keinen Zweifel daran, dass, wenn es die von mir gewünschte Veränderung nicht gab, ich sie selbst herbeiführen musste. Am nächsten Tag ging ich zu einem Treffen einer Gruppe unabhängiger FilmemacherInnen und stellte die Idee für das Go Mental! Filmfestival vor."

 

Das Festival wurde von Anna Maria Ortese, B.A. Kulturwissenschaften, mitbegründet, die von Mai 2020 bis Dezember 2022 Co-Direktorin war.

 

Im Januar 2023 wurde das Go Mental! Film Festival unter der Leitung von Elisabeth Staak neu aufgesetzt.

 

Psychische Gesundheit ist für Elisabeth sowohl privat als auch beruflich ein wichtiges Thema und sie ist der Ansicht, dass sie dieselbe Aufmerksamkeit verdient wie körperliche Gesundheit. Dabei orientiert sie sich an der Definition von Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die besagt, dass "Gesundheit ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen" ist. Das Thema ist in Deutschland nach wie vor tabuisiert. Betroffene trauen sich nicht, über ihre Probleme zu sprechen oder sich behandeln zu lassen. In einigen Fällen wird letzteres durch den Mangel an qualifizierten Fachkräften zusätzlich erschwert. Daher sind die Betroffenen oft auf sich allein gestellt. Hinzu kommt, dass bestimmte psychische Erkrankungen mit einem gesellschaftlichen Stigma behaftet sind, das einen offenen Umgang zusätzlich verkompliziert. Elisabeth ist der festen Überzeugung, dass diese Art der Behandlung psychischer Erkrankungen eine ohnehin schon schlechte Situation nur noch verschlimmert.

 

Elisabeth: "Das Thema psychische Gesundheit liegt mir schon so lange am Herzen, wie ich denken kann. Allerdings habe ich schon früh erkannt, dass sie oft wie ein Geheimnis behandelt wird. Etwas, das man verstecken muss. Ich habe mich zwar immer als aufgeschlossen gegenüber Therapien betrachtet und sie vielen meiner Freunde und Familienangehörigen empfohlen, die zu kämpfen hatten, aber erst als ich selbst diesen Prozess durchlief, habe ich wirklich verstanden, wie schwer dieser Schritt ist. Vor allem in einer Gesellschaft, die Gespräche über psychisches Wohlergehen so stark stigmatisiert oder abblockt. Es erfordert Mut, etwas anzusprechen, das den Alltag auf eine Art und Weise beeinflusst, die für Außenstehende unsichtbar erscheint, einen aber zutiefst belastet. Durch die Therapie lernte ich, mich selbst auf andere Weise zu reflektieren, und mir wurde klar, dass ich mit High Functioning Anxiety zu kämpfen hatte. Als ich in der Lage war, es beim Namen zu nennen, fühlte es sich an, als wäre mir eine Last von den Schultern genommen worden, und es gab mir die Möglichkeit, die Qualität meines Lebens insgesamt zu verbessern. Ich glaube, dass wir alle mit mehr Offenheit und Authentizität dazu beitragen können, Gemeinschaften und Gesellschaften gesünder und stärker zu machen."

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